Ergotherapie in der Geriatrie

Ergotherapie begleitet, unterstützt und befähigt Menschen, die in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Diesen Menschen soll es ermöglicht werden für sie bedeutungsvolle Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer Umwelt durchführen zu können. Ziel der Ergotherapie ist es, Betätigung zu erreichen. Gleichzeitig wird Betätigung als therapeutisches Medium eingesetzt.

(Definition des DVE , Stand Mai 2003)

In der Geriatrie wird die Ergotherapie bestimmt durch Erkrankungen die gemäß dem Alterungsprozess einer ständigen Veränderung unterworfen sind.

Die typischen Krankheitsbilder sind:

  • Neurologische Erkrankungen wie
    • Schlaganfall
    • Morbus Parkinson
    • Multiple Sklerose
  • Dementielle Erkrankungen wie z.B. Morbus Alzheimer
  • Degenerative und rheumatische Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems
  • Zustand nach Frakturen, Amputationen und Tumorentfernung
  • Depression, Psychosen und Neurosen

Das Ziel der Ergotherapie in der Geriatrie ist es, die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten. Dafür ist es notwendig, verloren gegangene Funktionen wieder zu aktivieren und vorhandene Fähigkeiten zu erhalten.

Die ergotherapeutische Behandlung in diesem Fachbereich beinhaltet:

1. Förderung der motorisch-funktionellen Fähigkeiten für Mobilität und Geschicklichkeit

  • Spiel und Sportangebote
  • Bewegungsgruppen
  • Handwerksangebote

2. Aktivierung kognitiver und neuropsychologischer Fähigkeiten

  • Hirnleistungstraining
  • Orientierung in Zeit, Ort, Raum und Personen
  • Förderung der Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Übungen zur Verbesserung der Wahrnehmung und der Sensibilität

3. Anleitung zur Selbsthilfe

  • Ess- und Trinktraining
  • Wasch- und Anziehtraining
  • Toilettengänge
  • Fortbewegung
  • Kommunikation

4. Erhalt der psychischen Stabilität durch:

  • Handwerk
  • Gespräche
  • Gruppenaktivitäten
  • Freizeitaktivitäten
  • Förderung der zwischenmenschlichen Interaktion

5. Beratung, auch der Angehörigen, und Hilfsmittelanpassung

Multimorbidität, äußere Einflüsse, akute und chronische Krankheitsbilder bestimmen die Maßnahmen. Durch altersbedingte physiologische Funktionseinschränkungen befindet sich der alte Mensch in einem labilen gesundheitlichen Gleichgewicht. Jede zusätzliche Erkrankung ist somit eine massive physische, psychische und soziale Belastung. Die Ergotherapie in der Geriatrie muss sich diesen Besonderheiten stellen.


 


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