Ergotherapie im psychiatrischen Bereich

Der Hausarzt oder der Facharzt veranlasst die ambulante Ergotherapie und stellt die Verordnung aus. Die ergotherapeutische Behandlung findet in Einzel- oder Gruppentherapie statt.

Inhalt der Ergotherapie

  • Therapie mit kreativen Medien
  • Trainingsmaßnahmen für die Selbständigkeit im Alltag
  • Kognitives Training/li>
  • Arbeitstherapeutische Maßnahmen / Belastungstraining
  • Körpererfahrungen und Schulung der Wahrnehmung in allen Sinnesbereichen

Wer wird ergotherapeutisch behandelt?

Kinder und Erwachsene mit Psychotischen, neurotischen und psychosomatischen Störungen
Suchterkrankungen altersbedingtem Funktionsabbau

Welche Ziele verfolgt die Ergotherapie?

  • Verbesserung von Defiziten im affektiven, kognitiven und sensomotorischen Bereich
  • Förderung der individuellen Wahrnehmungsfähigkeiten
  • Verbesserung der Kontakt- und Kommunikationsfähigkeiten
  • Erwerb von sozialen Kompetenzen
  • Verbesserung von Ausdrucksfähigkeiten
  • Wiedereingliederung in den Wohn- und Arbeitsbereich


Ablauf / Vorgehensweise


Aufnahmegespräch


Dem/der PatientIn werden die Möglichkeiten der Maßnahme erläutert. Wünsche, Vorerfahrungen und Ziele des/der PatientIn werden festgestellt. Gemeinsame Ziele werden abgeklärt. Auch der gewünschte zeitliche Umfang der Therapie sowie die jeweilige Therapieform werden besprochen. Der Beginn wird festgelegt. Regelmäßig werden Reflektionsgespräche mit dem/der PatientIn durchgeführt.

Einzeltherapie

Die PatientInnen werden bei uns vorwiegend in Einzeltherapie behandelt. Der zeitliche Umfang ist sehr variabel und soll den Bedürfnissen der KlientInnen angepasst werden. Möglicher Einstieg mit ein bis zwei Wochenstunden, danach kann auf fünf Stunden in der Woche gesteigert werden. Mehr Stunden dienen der unmittelbaren Vorbereitung auf anschließende Beschäftigung bzw. Rehamaßnahme, z.B. im BTZ ( Berufliches Trainingszentrum Hamburg) und sollen nur über einen kurzen Zeitraum in Absprache mit den Krankenkassen erfolgen.

Gruppentherapie

Eine Gruppe besteht in der Regel aus 3-5 Patienten unterschiedlichen Alters und Geschlechts und einer/m Therapeutin/ten.
Die Gruppen sind offen, so dass jederzeit Patienten entlassen oder aufgenommen werden können.

Kognitives Training

Das kognitive Training dient zur allgemeinen Verbesserung der Gedächtnisleistung und anderer kognitiver Fähigkeiten.
Zu Beginn der Therapie findet eine Befunderhebung statt. Es werden mit dem/der PatientIn gemeinsame Ziele erarbeitet und festgelegt.
Die Therapiezeit umfasst eine Dauer von 30 Minuten bis hin zu einer Stunde.

Was wird unter anderem gefördert?

  • Konzentration
  • Merkfähigkeit
  • Ausdauer
  • Reaktionsfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Aufgabenverständnis
  • Zeitliche Orientierung


Welche Medien werden eingesetzt?

Für die Therapie werden vorwiegend das Cogpack-Programm, ein Übungsprogramm am PC, das Mentale Aktivierungs Trainig (MAT) mit Arbeitsblättern sowie andere Therapiematerialien verwendet.
Der Schwierigkeitsgrad und die Dauer der Übungen werden individuell an die Leistungsfähigkeiten des Patienten angepasst.
Arbeitstherapeutische Maßnahmen / Belastungstraining
Arbeitstherapeutische Maßnahmen und das Belastungstraining dienen dazu, den Patienten beruflich wieder einzugliedern, bzw. auf eine weiterführende Rehamaßnahme (z.B. BTZ) vorzubereiten.

Was wird unter anderem gefördert?

  • Ausdauer
  • Belastbarkeit
  • Sorgfalt / Genauigkeit
  • Pünktlichkeit
  • Ordnung am Arbeitsplatz
  • Strukturiertes Vorgehen/Handlungsplanung
  • Selbständigkeit

Welche Medien werden eingesetzt?

Für die Therapie werden unter anderem Computertraining mit der Vermittlung von Grundkenntnissen in der Textverarbeitung sowie dem 10-Finger-System, Handwerk, Übungszettel und Arbeitstherapeutische Maßnahmen bezogen auf den ausgeübten Beruf eingesetzt. Die Therapie wird auf den gewünschten Berufsweg abgestimmt. Verschiedene Möglichkeiten werden dem Patienten eröffnet.

ADL-Training
Das ADL-Training dient der Wiederherstellung lebenspraktischer Fähigkeiten und die Wiedereingliederung in soziale Strukturen.

Was wird u.a. gefördert?

  • Selbstständigkeit/-versorgung
  • Eigeninitiative
  • Selbstvertrauen
  • Frustrationstoleranz
  • Motivation
  • Ausdauer
  • Handlungsplanung
  • Tages-/Wochenstruktur und deren Einhaltung

Welche Tätigkeiten/Medien werden eingesetzt?

  • Einkaufen
  • Kochen
  • Backen
  • Freizeitgestaltung/Interessenfindung
  • Kreativ-Angebote
  • Bewegungsangebote

Die Therapie wird individuell auf die Bedürfnisse und Ziele des Patienten abgestimmt.
 


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